Jesse

Middle Kingdom’s Jesse Muldoone

J-Wurf (3 Hündinnen/4 Rüden)
nach: Ch Hydale Black Instyle aus: Middle Kingdom’s Asgard
Wurfdatum: 15. 01.2005
Züchter: Michaela Deininger (Middle Kingdom’s Whippets)

Geschwister: (alle schwarz mit weißen Abzeichen)
Jack Muldoone
James Muldoone
Jerico Muldoone
Jewel of Isengard
Jolly Roger Piratequeen
Journey to Eldan

Zuchtschauergebnisse:
CAC-Zuchtschau 08.09.07: SG (Offene Klasse)
CACIB München 02.03.08: SG (Offene Klasse)

Jesse erzählt:
Als ich noch ein Welpe war kam ich zu Herrn Baumann, einem netten alten Herren, der sein Leben lang Windhunde hatte und mich als Gesellschafter im Alter haben wollte. Wir sind zusammen immer viel spazieren gegangen. Leider war „Herrchen“ (wie ich ihn genannt habe) nicht mehr der Jüngste und konnte nicht so viel mit mir toben und spielen.

Doch schon nach ein paar Wochen bei „Herrchen“ habe ich meine Mama kennen gelernt. Also, damals war sie natürlich noch nicht meine Mama und ich hab sie damals auch noch nicht so genannt. Eher „Bällchenfreundin“, oder so.
Ich erinnere mich noch genau an mein erstes Treffen mit Mama. Sie war mit ihren beiden Pflegehunden Adison und Zak (zwei Chow Chows) auf der Hundewiese und ich bin meinem alten Herrchen einfach ausgebüchst und zu ihr hingelaufen. Ich fand sie gleich nett und außerdem fand ich sie interessant, weil sie ein Bällchen dabei hatte. Sie hat mir dann gezeigt, wie man mit einem Ball spielt! Tja, da war’s um mich geschehen… ich hab mir meine Mama sozusagen selbst ausgesucht! Wir haben uns regelmäßig getroffen und Mama hat immer mit mir gespielt.

Ich war etwa ein halbes Jahr alt, als ich bei Mama und Papa eingezogen bin. Naja, ein wenig war ich schon ein „armes Würstchen“, aber ich hab mich sehr schnell eingelebt. Denn als ich nur ein paar Monate alt war wurde mein Herrchen schwer krank und ich kam zur Pflege zu meiner jetzigen Mama. Als mein altes Herrchen starb, durfte ich bei Mama bleiben, weil ich nirgendwo anders mehr hinwollte und weil mich meine neuen Eltern natürlich schon so lieb gewonnen hatten.

Noch heute leide ich ein wenig unter Verlustangst. Ich hasse es wirklich, wenn Mama mal ohne mich irgendwo hin muss. Natürlich darf sie einkaufen gehen oder ins Kino oder so. Aber sobald ich sehe, dass sie eine Reisetasche oder einen Koffer packt, ergreift mich die nackte Panik. Ich bin dann immer sehr traurig und versuche so nah bei Mama zu bleiben wie möglich. Ich hoffe immer, dass sie dann merkt wie blöd ich es finde, dass sie weggehen will und mich vielleicht dann wenigstens mitnimmt.

Bald nachdem ich bei Mama und Papa eingezogen bin, habe ich einen kleinen Bruder bekommen. Er heißt Knut und ist auch ein Whippet und eigentlich mein Cousin. Mama sagt, es ist besser für mich einen Bruder zu haben, weil ich nach dem schlimmen Erlebnis in meiner Kindheit doch noch immer ein bisschen unter Verlustangst leide. So ist wenigstens Knut immer an meiner Seite. Naja, manchmal nervt er auch. Dauernd klebt er an mir dran und macht mir alles nach. Ich glaube, er findet mich ziemlich cool. OK, das verstehe ich ja. Aber wenn ich im Park zum Beispiel dabei bin eine Dame kennen zu lernen, ist das manchmal ein bisschen anstrengend, wenn der eigene „kleine Bruder“ dauernd um einen herumspringt.

Meistens kann ich aber die Mädels dann doch für mich begeistern. Ich bin ja sehr sportlich und habe eine tolle Figur. Meine Muskeln können sich echt sehen lassen und was ich so alles mit meinem Bällchen anstellen kann, soll mir erst mal einer nachmachen. Ich kann auch alle möglichen Tricks. Meine Spezialitäten sind Kunststücke bei denen mein sportliches Können gefragt ist! Draufspringen, drüberspringen, durchspringen…!

Außerdem sagt meine Mama, dass ich ein echter Gentleman bin! Zu Menschen und Tieren bin ich immer höflich. Ich verstehe mich mit jedem. Am liebsten mag ich aber kastrierte Rüden und gaaanz große Damen, am liebsten Doggenmädchen! Ich bin ja selbst auch ein ganz großer Hund! Mindestens doggengroß… glaube ich zumindest. Meine Mama sagt auch oft „Großer“ zu mir… tja, aber manchmal nennt sie mich auch „Stinker“, ich weiß nicht was das zu bedeuten hat… Egal. Jedenfalls bin ich immer zu allen nett. Ich kann es nur überhaupt nicht ausstehen, wenn da so ein großer, nicht-kastrierter Rüde total respektlos auf mich zukommt und denkt er könnte mich anknurren oder so. Also da versteh ich keinen Spaß. Man hat ja schließlich auch einen Ruf zu verlieren! Deshalb würde ich mich in diesem Fall auch auf jeden Kampf einlassen. Rempeln und Schubsen reicht aber meistens vollkommen aus um den anderen in die Schranken zu weisen.

Mein Lieblingsspielzeug ist ganz klar mein Bällchen mit Schnur. Das schlepp ich immer mit mir rum. Manchmal darf mein Bruder Knut mit mir zusammen damit spielen. Aber eigentlich steht der sowieso mehr auf Quietschis (wie kindisch!). Ich weiß immer wo mein Ball ist! Und finde ihn sofort, wenn Mama danach fragt! Mama meint deshalb auch manchmal ich sei gar kein echter Whippet, sondern ein Retriever. Und nicht nur die Sache mit meinem Bällchen ist in der Hinsicht sehr verdächtig, denn auch wenn ich ein Windhund bin, schwimme ich leidenschaftlich gerne! Wenn wir am Sommer an den See fahren, bin ich immer der erste im Wasser! Ich hole jeden Stock aus dem Wasser und kann sogar tauchen! Wenn Mama mit ins Wasser geht, bin ich immer etwas besorgt und schwimme vorsichtshalber nur im Kreis um sie rum. Mit Papa aber kann man super um die Wette schwimmen! Manchmal wirft die Mama uns dann ein Stöckchen ins Wasser und wir holen es zu dritt wieder raus.

Im Toskanaurlaub 2006 hatten wir einen kleinen See ganz für uns alleine. Leider konnte ich den aber nicht so ausgiebig genießen, weil ich Ärger mit dem Schäferhund unseres Gutsbesitzers hatte, bei dem wir gewohnt haben. „Canguro“ (diese schwarze Bestie) hatte mich eines nachmittags übel beleidigt und behauptet, ich wäre hinter seinen Frauen her. Als ich ihm daraufhin die Meinung gesagt habe, hat er mich so fest in den Hals gebissen, dass ich genäht werden musste. Seitdem mag ich Schäferhunde gar nicht mehr. Ein halbes Jahr später ist mir so was ähnliches dann auch noch mit einem Boxer passiert. Aber dabei ging es nicht um Frauen. Eigentlich weiß ich gar nicht worum es dabei ging… Der Boxer hat sich von hinten auf mich geworfen und mich so fest in den Hals gebissen, dass mein dickes Lederhalsband total zerfetzt wurde. Ehrlich gesagt konnte ich mich gar nicht mehr wehren, obwohl ich gekämpft habe wie ein Löwe. Ich bin froh, dass Mama dazwischen gegangen ist und den Boxer von mir weggezogen hat. Dieses Mal bin ich vom Tierarzt geklammert worden. Und Boxer mag ich jetzt auch nicht mehr. Zugegeben: ich hab ziemlich Angst vor denen. Aber sagt das nicht Knut, sonst verliert der den Respekt vor mir. Wenn er dabei ist und uns begegnet ein Boxer, mach ich mich immer ganz groß und tue so als wäre ich gaaanz gefährlich. Mama findet das blöd und hat mir deshalb jetzt schon extra mal einen Boxerwelpen vorgestellt, um mir die Angst zu nehmen, aber allein schon dieser Welpe war mir unheimlich.

Und dabei mag ich Welpen normalerweise echt gerne. Die können ruhig an mir hochspringen, mich beknabbern und auf mir rumklettern. Als Knut klein war, habe ich immer ganz lieb mit ihm gespielt und mich um ihn gekümmert. (Schade, dass der so schnell groß geworden ist…) Meine Züchterin hat mir den Titel „Kindergärtner“ verliehen und nennt mich „pädagogisch geschulte Fachkraft“, denn als Knut und ich in den Sommerferien bei ihr Urlaub gemacht haben, habe ich mich intensiv um den aktuellen Wurf mit 11 Welpen gekümmert.

Ansonsten war ich in meinem Urlaub bei meiner Züchterin nicht so nett und entspannt. Es war wirklich eine Unverschämtheit von Mama und Papa ohne Knut und mich in den Urlaub zu fahren. Deshalb habe ich erst mal 5 Tage nichts gegessen. Nicht mal die Fischstäbchen die Michaela mir in den Mund gestopft hat wollte ich wirklich essen. Die hat sich dann bei Mama beschwert und behauptet, ich sei „negativ-dominant“! Alleine das Wort ist doch schon albern! OK. Vielleicht bin ich ein bisschen verwöhnt. Na und? Wer ist das nicht? Außerdem leide ich nun mal unter Verlustangst.

Und wenn wir schon dabei sind zuzugeben, dass wir verwöhnt sind: Ich schlafe am liebsten bei Mama im Bett. Und wenn’s um’s Essen geht, bin ich ein wahrer Feinschmecker. Am liebsten mag ich Hühnchen mit Reis und Hüttenkäse oder Kartoffelbrei mit Sahne. Und ich bin ein großer Fan von Fisch in allen Variationen! Hmmm, Thunfisch! Aber die meiste Zeit bekommen Knut und ich immer nur Trockenfutter. Das schmeckt mir auch. Weil wir so viel draußen sind und Mama immer so viel mit uns spielt und tobt brauchen wir ein Futter für besonders aktive Hunde mit viel Energie. Bei normalem Futter werden wir gleich viel zu dünn. Und wir versuchen ja unser „Show-Gewicht“ zu halten.

Bei den Ausstellungen muss man nämlich als Rüde einen stabilen Eindruck machen. Leider hat es aber bei unserer letzten Zuchtschau geregnet und da half dann der ganze stabile Eindruck nix mehr. Ich hab mich gehen lassen, weil ich nichts mehr hasse als Regen. Igitt! Und dann vor dem Richter auch noch stillstehen. Unmöglich! Mir war so kalt und mein Fell wurde immer nasser! Ich wurde also „nur“ mit SG bewertet und für eine Platzierung hat es nicht gereicht. Nächstes Mal scheint hoffentlich die Sonne und ich kann allen zeigen, dass ich der Beste bin! („Mein Bester“ sagt Mama immer zu mir!).

(Stand: Herbst 2007)

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